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10.04.2018, 18:31 Uhr | Dr. Rainer Jork
Was soll der Maibaum in Radebeul heute?
Herzliche Einladung zum Maibaumfest 2018: Freitag, den 27. April 17.00 Uhr
In diesem Jahre wird der Maibaum in Radebeul zum 26. Male aufgerichtet. Manch einer mag sich fragen: Was soll ein Maibaum in Radebeul, der gehört doch zuerst nach Bayern? Welchen Hintergrund,  welche Grundlage gibt es bei uns dafür? 
Als zum ersten Mal ein Maibaum auf dem Platz vorm Bahnhof in Radebeul West aufgestellt wurde, gab es  dafür wenigstens drei Motive. 
Bei Besuchen in der bereits 1988 begründeten Städtepartnerschaft mit St. Ingbert im Saarland sahen die Radebeuler mit dem Maibaum und seinen dem dortigen Handwerk gewidmeten Zunftzeichen eine Anregung. Und sie nahmen zur Kenntnis, dass St. Ingbert tatsächlich einmal zu  Bayern gerechnet wurde. Was lag kurz nach der friedlichen Revolution näher, als den hiesigen  Mitarbeitern im selbstständigen Handwerk, im Handel und Gewerbe, gleichermaßen ein Kompliment für das gezeigte Engagement zu machen und zu weiterem, damals besonderem, oft risikoreichem  Einsatz, zu ermutigen. Unser Maibaum ist also zuerst ein Symbol für die Städtepartnerschaft mit St. Ingbert und ein Zeichen für die Träger  der selbständigen Radebeuler Wirtschaft.
 
 
Maibaumaufstellen 1993 vor dem Bahnhof Radebeul-Kötzschenbroda
Von St. Ingbert kamen auch die Entwürfe der ersten Zunftzeichen. Diese wurden dann Jahr für Jahr ergänzt um Symbole wesentlicher Radebeuler Wirtschaftsbereiche. Deren reale Vielfalt ist inzwischen u. a. daran zu erkennen, dass manche Träger dieser Zeichen aus Platzgründen vorn und hinten unterschiedliche Zuordnungen zeigen. So fanden anfangs die Zunftzeichen für Schmiede, Dachdecker, Schlosser, das Kfz-Handwerk, für Schornsteinfeger, Bäcker, Maler, Fleischer, Glaser, Buchbinder und Klempner bzw. Installateure ihren Platz auf dem Maibaum. Diesen folgten dann Zeichen für Winzer, Friseure, Bauberufe, Softwarebearbeiter, Künstler, Kaufleute, Maschinenbauer, Laboranten, Elektro- und Pflegeberufe. Die Palette geht also längst über den Rahmen der traditionellen Zunftberufe hinaus und könnte verlängert werden, wenn der über 21 Meter hohe Stamm des von Daniel von Sachsen gespendeten Maibaumes  nur genügend Platz dafür böte.
 
Schließlich sollte  mit der Aufstellung des Maibaumes die Gelegenheit für Begegnungen zwischen der Radebeuler Wirtschaft, den in der örtlichen Politik Verantwortung Wahrnehmenden und ganz allgemein den hiesigen Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen eines Maibaumfestes begründet werden. Als Alternative des bis 1989 verordneten Kampftages der Arbeiterklasse sollte eine Besinnung auf die Urkräfte der Wirtschaft, das Handwerk und Gewerbe, den Handel und die Industrie am Ort angeboten werden. Immerhin entstehen zuerst hier Arbeitsplätze und Lehrstellen! Als Anregung und Aufforderung für gemeinsames bürgerschaftliche Streben in Radebeul ist auch zu verstehen, wenn der Maibaum alljährlich zum Maibaumfest um den ersten Mai von Hand durch eine Vielzahl junger Leute – oft mit Unterstützung des THW und der freiwilligen Feuerwehr – errichtet wird. 
 
Mit der Zeit erhielt Altkötzschenbroda das inzwischen nicht nur bei den Radebeulern beliebte Ambiente, wurde eine unverwechselbare Flaniermeile, und der Maibaum fand dort seinen Stammplatz vorm „Goldenen Anker“. Passt er nicht richtig gut dorthin? 
 

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