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15.09.2010, 17:00 Uhr | Dr. Ulrich Reusch
„Landesbühnen Sachsen am Stammsitz Radebeul sichern!“
Rede des Vorsitzenden der CDU-Fraktion Stadtrat Dr. Ulrich Reusch zur Resolution des Stadtrates zur Zukunft der Landesbühnen im Stadtrat der Großen Kreisstadt Radebeul am 15.09.2010
Die Landesbühnen Sachsen wirken nicht nur im und für den Freistaat Sachsen, sie sind selbstverständlich auch für die Stadt Radebeul als kulturelles Angebot ebenso wichtig wie als Standortfaktor wesentlich.
Dr. Ulrich Reusch
Radebeul - Und so schätzt Radebeul sich glücklich, diese renommierte Einrichtung des Landes mit ihrem Stammsitz gewissermaßen zu beherbergen, auch wenn sie für deren Wohl und Wege weder unmittelbar noch mit¬telbar verantwortlich zeichnet. Und auch umgekehrt gilt: Die Landesbühnen wissen es zu schätzen, daß sie gerade hier an ihrem Stammsitz ein stets treues Stammpublikum gefunden, gehalten und immer wieder begeistert haben.

Die Stadt Radebeul hat daher in der Vergangenheit alle Anstrengungen unternom¬men und erhebliche Mittel aufgewendet, um das Umfeld des Stammsitzes der Landesbühnen attraktiv zu gestalten und zum Beispiel die verkehrliche Anbindung des Stammsitzes der Landesbühnen Sachsen zu verbessern. Diese für Stadt wie Stammsitz bewährte Symbiose kann niemand leugnen und will nie¬mand – von Seiten der Stadt – beenden.

Daher lege ich ausdrücklich wert darauf, heute festzustellen: Die Stadt Radebeul war stets und ist immer noch zum Wohle der Stadt und ihrer Bürger, aber auch im wohl¬verstandenen Interesse dieser hier ansässigen staatlichen Einrichtung mit ihrem be¬deutenden kulturellen Auftrag und ihren mehr als 280 Beschäftigten um ein konstruktives Miteinander mit den Landesbühnen Sachsen sowie den verantwortli¬chen staatlichen Stellen bemüht.

So war die Stadt vor mehr als anderthalb Jahren in Verhandlungen eingetreten und hatte auch ein finanzielles Angebot gemacht, das mit Rücksicht auf unseren Haus¬halt und unsere Kulturausgaben insgesamt durchaus substantiell zu nennen war. Warum der seinerzeit behutsam und mit Bedacht gesponnene Faden schließlich ab¬rupt fallenge¬lassen wurde, darüber will ich öffentlich nicht spekulieren. An Radebeul lag es jeden¬falls nicht.

Radebeul ist nach wie vor bereit, einen weiteren, individuellen Beitrag dafür zu leis¬ten, daß die Landesbühnen Sachsen ihren staatlichen Auftrag an ihrem Stammsitz auch künftig erfüllen können. Wir verschließen uns keineswegs einer umfassenden Lösung einschließlich einer gewissen finanziellen Beteiligung der Stadt, wenn sie für unseren Haushalt tragbar, wenn sie strukturell ausgewogen und wenn sie langfristig tragfähig ist.

Allzu hochgesteckten Erwartungen an eine mögliche städtische Beteiligung stehen aber zum einen die schieren Dimensionen der Aufgabe und zum anderen die sehr begrenzten städtischen Spielräume entgegen: Der jährliche Gesamtzuschußbedarf der Landes¬bühnen Sachsen beträgt mit 14 Millionen Euro deutlich mehr als die Hälfte unseres gesamten Realsteueraufkommens von 23 Millionen Euro. Davon ausgehend, wird von Radebeul wohl kaum jemand ernsthaft verlangen können, einen regelrechten „Sitzgemeindeanteil“ aufzubringen.

So wie die Dinge jetzt liegen, wäre ein Übergang der Landesbühnen mit Auftrag, Per¬sonal und entsprechender Finanzausstattung in eine noch zu bestimmende gesamt¬kommunale Trägerschaft, ggfs. unter Umwandlung der Rechtsform, vielleicht die beste Lösung. Wir können uns durchaus eine Beteiligung Radebeuls im Rahmen einer Kommunalisierung der bisher staatlichen Aufgabe vorstellen, also echte Kom¬munalisierung statt bloßer Kostenverschiebung.

Für die CDU-Fraktion möchte ich abschließend und zusammenfassend festhalten:

Eine Beteiligung der Stadt Radebeul an einem neuen Modell Landesbühnen Sachsen zum langfristigen Erhalt des Spielbetriebs am Stammsitz ist verhandelbar, aber nur im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten, eines ausgewogenen und zukunftsweisenden Strukturkonzepts und hinreichender kommunaler Mitsprache. Das ist ein ernstgemeintes und daher auch ernstzunehmendes Angebot. Wir als CDU setzen darauf, daß alle Beteiligten und Betroffenen künftig willens sind, sich im Interesse der erhaltenswerten Kultur zusammenzufinden.

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